„Villacher Modell“ hält Mieten klein

Seit geraumer Zeit steigen die Prei­se von Immobilien österreichweit. Dies bewirkt nicht nur sehr hohe Wohnungs- und Errichtungskosten, sondern auch deutlich steigende Mieten. Die Entwicklung stellt vor allem Ballungsräume vor die große Herausforderung, ihre Bürgerinnen und Bürger mit Wohnraum zu leist­baren Konditionen zu versorgen. Gemeinnützige Wohnbauträger sind von der derzeitigen Entwicklung besonders betroffen. Ihnen fällt es immer schwerer, in Zentrallagen Grundflächen zu moderaten Preisen zu erwerben. Die Stadt Villach setzt als eine der ersten Maßnahmen, um günstige Mieten zu gewährleisten.

Massnahmen

Der Gemeinderat hat ein "Villa­cher Modell" beschlossen, in welchem fünf Punkte definiert sind, die als Maßnahmen für die Erhaltung güns­tiger Mieten beitragen sollen.

  • Erstens fordert die Stadt gesetzliche Rahmenbedingungen zu exakten Wohnraumanalysen von der Bundesregierung.
  • Zweitens bemüht sich die Stadt um die Schaffung einer Leerstellen­abgabe durch die Gesetzgeber, also die Abgabe für Wohnungen, die län­ger als sechs Monate leer stehen.
  • Drittens limitiert die Stadt ihre Grundstücksverkäufe.
  • Viertens plant Villach die Schaf­fung eines Bodenfonds zur nachhal­tigen Sicherung von Boden.
  • Fünftens arbeitet die Stadt an ei­ner Richtlinie, die sicherstellt, dass bei künftigen Wohnbauprojekten so­zialer Wohnraum mitgeplant wird.

Die Aktivitäten der Stadt Villach gehen aber noch weiter:

  • Mit gemeinnützigen Wohnungen in Stadtbesitz die Mieten in Villach niedrig halten
  • Grundstücke kaufen und gemeinnützigen Genossen­schaften für sozialen und leistbaren Wohnraum zur Verfügung stellen




09.05.22
Quelle: Villacher Stadtzeitung, Ausgabe Nr. 3/2022