Villach wächst und schafft Wohnraum

In einem Jahr ist Villach um 862 Menschen gewachsen. Wohnraum und günstige Mieten sind daher entscheidend.

Die jüngsten Zahlen der Sta­tistik Austria sind beeindru­ckend: Villachs Bevölkerung ist 2021 um 862 Einwohner (plus 1,4 Prozent) gewachsen. Ein Re­kordwert, der Platz 1 in Kärnten und Platz 4 unter allen 94 österreichischen Bezirken ergibt. „In den vergangenen Jahren gab es eine Formel: Villach wächst alle zweieinhalb Jahre um tau­send Einwohnerinnen und Einwohner. Jetzt stehen wir bei eineinhalb Jah­ren“, betont Bürgermeister Günther Albel die dynamische Entwicklung. Das Wachstum zeigt, wie beliebt die Stadt Villach ist, bedeutet aber auch große Verantwor­tung: „Wir müssen nicht nur neuen Wohnraum schaf­fen, sondern auch sicherstellen, dass die Mieten vergleichsweise nied­rig bleiben“, sagt der Bürgermeister. Mit einem Fünf-Punkte-Plan will die Stadt dies erreichen. „Die Statistik Austria bestätigt, dass Mieten in den städtischen Wohnun­gen im Vergleich sehr günstig sind“, weiß Wohnungsreferent Stadtrat Er­win Baumann.

So liege der Durchschnittspreis pro Quadratmeter bei 3,96 Euro, im Privatbereich bei 5,80 Euro. „Als Stadt ha­ben wir einen sozialen Auftrag und helfen auch Wohnbaugenossen­schaften, Mieten günstig zu halten.“ Unterstützung bekommt die Stadt Vil­lach bei diesem Vorhaben vom Land Kärnten, das sozialen Wohnbau aktiv fördert. Die Bauvereinigung „meine heimat“ errichtet auf den ehemaligen Neher-Gründen in Landskron um 7,8 Millionen Euro 46 moderne, barriere­freie und energieeffiziente Wohnungen, die zwischen 55 und 78 Quadratmeter groß sind. Wohnungen in dieser Grö­ßenordnung sind derzeit besonders be­gehrt. Das liegt vor allem daran, dass Villach im Vergleich zu Städten ähnli­cher Größe deutlich mehr Single-Haus­halte aufweist, nämlich rund 13.500.

Verdichtung ist die Zukunft

Um der steigenden Wohnungs-Nach­frage gerecht zu werden und den­noch hohen Bodenverbrauch in Zu­kunft zu verhindern, denkt die Stadt bereits weiter. So sind, in Zusammen­arbeit mit den Wohnbaugenossen­schaften, Aufstockungen bestehen­der Gebäude angedacht, allein die „meine heimat“ spricht von einem Potenzial von bis zu 150 zusätzlichen Wohnungen.

Weitere Projekte, die bereits auf Schie­ne sind:

  • Die große Wohnumfrage der Stadt, an der bis 15. März 1200 Per­sonen teilgenommen haben und deren Ergebnisse jetzt evaluiert werden.
  • Die Sicherung von gemeinnützigem Wohn­bau bei den großen Stadtentwicklungs­projekten wie Westbahnhof (im ersten Schritt wurde die Förderung von 40 Wohnungen vom Land Kärnten bestä­tigt) und Nikolaigasse.
  • Das Ein­treten der Stadt für die Schaffung einer Leerstandsabgabe für nicht genutzte Wohnungen bei den Gesetzgebern.


11.04.22
Quelle: Villacher Stadtzeitung, Ausgabe Nr. 3/2022